Nach der Abfahrt am frühen Morgen kamen wir in Brüssel an und wurden direkt in der Nähe des EU-Besucherzentrums herausgelassen. Schon von außen wirkte alles sehr groß und offiziell, was bei vielen von uns direkt Eindruck hinterlassen hat.
Im Gebäude war unser erstes Ziel ein kleiner Raum, wo wir einen Vortrag von Axel Voss, einem CDU-Abgeordneten im Europäischen Parlament, hörten. Der Vortrag war sehr interessant und da wir Fragen zwischendurch stellen durften, auch abwechslungsreich. Thematisch ging es viel um Digitalisierung und Datenschutz, weil das die Themengebiete sind, mit denen Voss sich im Parlament befasst. Er hat es sich jedoch auch nicht nehmen lassen, ein wenig über die Zukunft von Europa zu sprechen.
Beim Thema Digitalisierung betonte Voss, dass Europa hinter den USA zurückliegt und dadurch Gefahr läuft, abhängig von amerikanischen Technologien zu werden. Um diese Abhängigkeit zu vermeiden, ist es wichtig, die digitale Souveränität Europas zu stärken. Gleichzeitig unterstrich er, dass der Schutz digitaler Daten weiterhin wichtig bleibe, Europa aber schneller und flexibler bei der Erlassung von Rahmenbedingungen sein muss, um technische Entwicklungen wie zum Beispiel KI- Systeme besser fördern zu können.
Auch das Thema Urheberrecht vs. Meinungsfreiheit wurde intensiv diskutiert. Die Meinungsfreiheit sollte immer geachtet werden, allerdings funktioniere das Internet ohne gewisse Filter nicht. Besonders interessant war die Einordnung von Artikel 13 (YouTube), der laut Voss oft falsch verstanden wurde. Trotz dessen Durchsetzung (nur mit anderem Namen) funktioniere YouTube weiterhin.
Zum Schluss richtete Axel Voss zum Thema Zukunft der EU klare Appelle an uns:
Nach dem Gespräch wechselten wir in das Nebengebäude, das EU-Parlament. Dort bekamen wir Namenskarten und wurden von einer Mitarbeiterin herumgeführt, die dort ein Praktikum macht. Sie erklärte uns vieles und beantwortete unsere Fragen.
Im Plenarsaal durften wir im Besucherbereich Platz nehmen und von oben auf den Saal blicken. Die Abgeordneten sitzen halbkreisförmig, sodass alle einen guten Überblick haben. In der Mitte befindet sich das Präsidium, von dem aus die Sitzungen geleitet werden. Der Raum wirkte modern, groß und beeindruckend. Besonders, wenn man bedenkt, dass hier Entscheidungen für ganz Europa getroffen werden.
Nach dem offiziellen Teil ging es für uns nach draußen. Dort machten wir eine Rallye durch das EU-Viertel, bei der wir verschiedene EU-Institutionen von außen betrachteten und Fragen beantworteten, zum Beispiel zur besonderen Sternform des Berlaymont-Gebäudes oder zu den verfügbaren Sprachen im Spinelli-Gebäude.
Danach trafen wir uns mit der gesamten Stufe am Arc de Triomphe von Brüssel, einem bekannten Wahrzeichen der Stadt. Von dort aus wurden wir entlassen und durften uns frei in Brüssel bewegen. Viele nutzten die Zeit, um typische Sehenswürdigkeiten zu besuchen, zum Beispiel den Grand-Place und das Manneken Pis.
Neben den bekannten Orten erkundeten wir aber auch das, was eine Stadt besonders macht: kleine Läden, Fressbuden und Cafés. Sehr beliebt waren vor allem die typischen belgischen Pommes, die mit verschiedenen Soßen angeboten werden, sowie belgische Waffeln. So konnten wir Brüssel nicht nur sehen, sondern auch geschmacklich erleben.
Am Ende des Tages wurden wir wieder vom Bus abgeholt und traten gemeinsam die Rückfahrt nach Hause an.
Der Aufenthalt in Brüssel war für uns eine besondere Erfahrung, bei der wir Politik, Kultur und Stadtleben miteinander verbinden konnten.

Antje Scheidgen und Marlene Petry, Q2