Helping Hands

Im Schulprojekt Helping Hands (HH) bietet die LMG ihren Schülern im Rahmen der Ergänzungsstunden in den Stufen 9 und 10 ein zwei jähriges Sozialpraktikum in verschiedenen sozialen Einrichtungen im Umfeld der Schule.

Hier wird den Schülerinnen und Schüler und Schülern sowohl die Möglichkeit zum gesellschaftlichen und ehrenamtlichen Engagement eröffnet als auch Einblicke und erste Erfahrungen in verschiedenen sozialen Berufen gegeben.

Die Schüler vergrößern ihre soziale Kompetenz durch den Umgang mit den ihnen anvertrauten Menschen, verbessern ihre Kommunikationsfähigkeit im Team und mit Vorgesetzten, wodurch auch der berufliche Einstieg erleichtert wird.

Viele Erfahrungen, die im System Schule nur schwer oder gar nicht vermittelt werden können, werden mit Hilfe von HHs ermöglicht und erweitern so ihre Selbständigkeit und Handlungskompetenzen für die Anforderungen des Lebens nach der Schule.

Besondere Qualitäten und Begabungen unserer Schüler, welche die im Unterricht oft kaum Beachtung finden, kommen im Sozialpraktikum zum Einsatz und stärken das Selbstbewusstsein der Schüler. Die betreuenden Lehrer können die Leistungsfähigkeit der Schüler ganzheitlich erfassen. Die Erfahrungen fließen in Form von verbesserten Arbeits- und Sozialverhalten in die Schule zurück. Schüler- und Lehrerverhältnisse können positiv beeinflusst werden.

Das Schulprojekt HH wurde erstmals im Schuljahr 2011/12 durchgeführt, nachdem die Sozialraumkoordination von Porz-Finkenberg den Kontakt zwischen der LMG und verschiedenen sozialen Einrichtungen hergestellt hat. Unterstützt wird das Projekt – auch durch Lehrerfortbildungen – von „sozialgenial“ :–„sozialgenial – Schüler engagieren sich, ist das Service-Learning-Programm der Stiftung Aktive Bürgerschaft. sozialgenial wird gefördert von der DZ BANK sowie weiteren Genossenschaftsbanken und unterstützt vom Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen. sozialgenial entstand 2009 auf Initiative der WGZ BANK (heute DZ BANK).

Die Anzahl der Kooperationspartner ist in den ersten Jahren des Projektes kontinuierlich ausgebaut worden und umfasst derzeit Altenheime, konfessionelle und städtische Kindertageseinrichtungen, offene Ganztagsschulen, Jugend- und Gemeinschaftszentren, ambulante Krankenpflegeeinrichtungen und die interkulturelle Bildungsakademie.

Die Kontaktaufnahme zu neuen Partnern erfolgt sowohl über das Lehrerteam, als auch zunehmend in Eigeninitiative der teilnehmenden Schüler. Oft wissen die ortsansässigen Schüler aus eigener oder familiärer Erfahrung, welche Einrichtungen helfende Hände gebrauchen können und eine Zusammenarbeit mit der Schule begrüßen.

Es entwickelt sich auch eine Vernetzung mit anderen Unterrichtsfächern und Projekten der Schule. Hervorzuheben ist hier die enge Verbindung mit dem sich in Inklusion befindenden Hauptfach Darstellen und Gestalten (D&G). In D&G ist der Bühnenauftritt ein wesentlicher Unterrichtsbestandteil der auch die Leistungsbewertung hauptsächlich prägt.

Viele über Helping Hands vernetzte soziale Einrichtungen können den D&G-Schülern regelmäßig Gelegenheiten für Auftritte bieten. Die Feste im Jahresverlauf, wie z.B. die Weihnachtsfeier im Seniorenheim, das Sommerfest in der Kita oder die Karnevalsdisco im Jugendzentrum werden durch den Auftritt der D&G-Klassen bereichert und durch unsere Helping Hands-Schülern unterstützt. Neben der Auftrittserfahrung für die D&G-Schüler haben solche Projekte einen besonderen berufsvorbereitenden Effekt für die Helping Hands-Schüler. Planung, Organisation und Durchführung dieser Auftritte vergrößern die Organisationsfähigkeit der Schüler und bieten den Menschen in den Einrichtungen freudvolle Erlebnisse, welche die Außenwirkung der LMG langfristig noch positiver gestalten. Auch die Vernetzung der verschiedenen Kooperationspartner untereinander wird durch Helping Hands organisierte Aktionen unterstützt, z. B. auf dem Finkenberger Stadtteilfest oder dem Porzer Kulturfest.

Der Ganztagsbereich der LMG hat über die Organisation der Helping Hands-Schüler in den verschiedenen sozialen Einrichtungen die Gelegenheit, die Arbeitsergebnisse der AGs und OAs zu präsentieren. Dies kann z. B. die künstlerische Ausstellung von Plastiken, Gemälden usw. im Altenheim ebenso sein, wie die selbst entwickelte Tanzchoreographie auf der Karnevalsfeier der Kita sein. Damit wird den künstlerischen Leistungen unserer Schüler besondere Achtung geschenkt. Auch  wird so die hohe Bedeutung der sozialen Erziehung einer Ganztagsschule speziell in den Angeboten des  Ganztagsbereiches (AGs und OAs) bedeutend unterstützt.

Das Ziel unserer Schule, die deutsche Sprache in allen Fächern zu fördern, wird in dem Sozialpraktikum in verschiedensten Einrichtungen durch den direkten Kontakt der HH-Schüler mit Menschen unterstützt und deren Kommunikationsfähigkeit gefördert. Zudem leisten HH-Schüler mit Migrationshintergrund durch ihren Einsatz in KITAs, der Entwicklung von sprachlichen Kompetenzen von Kindern mit Migrationshintergrund sowohl in deutscher als auch in der jeweiligen Herkunftssprache bei.

Ein wesentliches Ziel ist die Kooperation zwischen Schule und sozialer Einrichtungen in Form eines Ausbildungsvertrages, der im Anschluss an das Helping Hands-Sozialprojekt den interessierten Schülern einen Ausbildungsbeginn in der entsprechenden Einrichtung ermöglicht. Ein diesbezügliches Angebot erfolgte bereits am Freitag den 10.01.2014 vom Kooperationspartner „Ambulante Krankenpflege Hamacher“ an das Schulleitungsteam. Ein weiterer hierfür sehr interessanter Kooperationspartner wäre die Diakonie Michaelshoven, die im Einzugsgebiet der Schule über 4 Einrichtungen leitet und auch aktuell Helping-Hands-Schülern aktiv unterstützt werden.

Um den steigenden Bedarf an Helfern oder Auszubildenden in der Altenpflege zu nutzen, muss das Lehrerteam die beste Unterstützung bieten, um die Schüler auf diese, auf Grund der demographischen Entwicklung boomenden Bereich aufmerksam zu machen.

Um ein einheitliches Anforderungsniveau der Schülerleistungen im Sozialprojekt, trotz unterschiedlicher Lehrkräfte zu gewährleisten, haben wir ab dem Schuljahr 2013/14 eine kleine „Facharbeit“  zum Ende des 1. Halbjahres der Stufe 10 eingeführt. Hierzu sollen die Schüler in Absprache mit dem Kooperationspartner eine 3-5-Seitige schriftliche Arbeit zu einem selbst gewählten Projekt erstellen. Das Projekt muss in das allgemeine Konzept der sozialen Einrichtung integrierbar sein (z. B. „Was ist Demenz / Alzheimer“, im Johanniterhaus in Köln-Finkenberg). Bei der Durchführung des Projektes in der Einrichtung zu Beginn des 2. Halbjahres der 10 bietet sich die Hospitation durch die betreuende Lehrkraft, mit abschließender Beurteilung an.

Im 2. Halbjahr des Schuljahres 2013/14 führte der Kurs der Stufe 10 das HH-Paten-System ein. Dies ist ein Vorschlag des Kooperationspartners Johanneshaus, die keine zeitlichen Ressourcen mehr sah, um weitere sehr erwünschte HH-Schüler für das nächste Schuljahr einzuarbeiten. Nun werden bereits in die Einrichtung integrierte Schüler des 10. Jahrgangs  Schüler der 9. Klasse in die Tätigkeiten, Aufgaben und Anforderungen des jeweiligen Praktikumsplatzes einarbeiten.

Ab dem Schuljahr 2014/15 erhält jeder HH-Jahrgang durch das Sanitätsteam der Schule   Unterstützung. Dies verstärkt den „helfenden Effekt“ der Schüler in den Einrichtungen und erhöht die Berufseinstiegschancen.

Die Vernetzung mit dem Unterrichtsfach Religion und PPL sollte in allen Stufen gefördert werden, um den Umgang mit Behinderung, Krankheit und Alter für die Schüler zu normalisieren und zu verbessern. Hier bieten sich Hospitationen für Schülergruppen in den verschiedenen sozialen Einrichtungen an. So wird die Vernetzung der LMG auf weitere Schülergruppen ausgeweitet.