Ein Besuch in der Kölner Synagoge

Die katholischen Religionskurse der siebten Klassen besuchten, mit den Lehrerinnen Frau Frenger, Frau Lohmann und Frau Schwekendiek, die Kölner Synagoge in der Roonstraße,

Eine Synagoge ist ein jüdisches Gebetshaus, so wie die Kirchen der Christen oder die Moscheen der Muslime. Bereits Wochen zuvor hatten wir uns im Religionsunterricht auf diesen Ausflug vorbereitet – so haben wir uns etwa mit den jüdischen Traditionen (z. B. Kleidungs- und Ernährungsvorschriften), Glaubensinhalten, Ritualen und Symbolen beschäftigt und etwas über die Geschichte des jüdischen Glaubens gelernt.

Als wir in der Synagoge angekommen waren, wurden wir von einer Dame zunächst in die Garderobe geführt; ab hier mussten die Jungen eine Kopfbedeckung tragen, da dies Vorschrift in einer Synagoge ist. Wer wollte, durfte auch eine Kippa leihen, das ist eine typisch jüdische Kopfbedeckung. Von der Garderobe aus wurden wir in den Gebetsraum weitergeleitet. Dieser Raum hat uns gefallen, da er sehr groß war und offen und einladend wirkte. Besonders schön fanden wir die Fenster, welche sehr aufwändig gestaltet waren, und ihre Geheimnisse, wie z. B. versteckte Thorarollen (das sind Schriftrollen, welche die 5 Bücher Mose enthalten) und siebenarmige Leuchter, erst bei genauerem Hinsehen offenbarten. Hinter dem Thoraschrein waren ganz viele verschieden große Davidsterne an der Wand angebracht, welche zusammen wiederum einen ganz großen Davidstern bildeten. Dies war sehr beeindruckend.

Die Dame, welche uns durch die Synagoge führte, berichtete auch von dem Holocaust, der Verfolgung und fast völligen Vernichtung der Juden im Zweiten Weltkrieg durch die Nationalsozialisten. Insbesondere ging sie hierbei auf die Reichskristallnacht am 09.11.1938 ein, in der die Synagogen in ganz Deutschland in Brand gesteckt wurden.

Aber auch in dieser schlimmen Zeit gab es Helden, wie z. B. Pfarrer Gustav Meinertz, welcher aus den brennenden Trümmern der früheren Synagoge unter Einsatz seines Lebens eine kostbare Thorarolle rettete, sie sicher verwahrte und nach dem Ende des Nationalsozialismus der jüdischen Gemeinde zurückgab.

Danach besuchten wir eine Ausstellung in der Synagoge, wo wir neben vielen anderen interessanten Stücken die besagte Thorarolle anschauen konnten. Auch konnte man sich dort viele alte Fotos der jüdischen Gemeinde anschauen und Matzen bestaunen (es handelt sich hierbei um das ungesäuerte Brot, welches die Juden zum Pessachfest als Erinnerung an den Auszug aus Ägypten unter Mose essen).

Sara Lohmann